Heute war er endlich in der Post... Der Bescheid, dass es
für Sontje ab September einen Schulbegleiter gibt... yeah... das waren
vielleicht mal gute Nachrichten... Inklusion?! Schaffen WIR!!! Als ich damals
mit Sontje schwanger war, habe ich mir nicht viele Gedanken um Inklusion
gemacht. Sontje war da; von Anfang an Mitglied unserer Familie. Klar wir hatten
schon auch Ängste, was wohl auf uns zukommen könnte. Vor allem der mögliche
Herzfehler hat uns damals schwer zu schaffen gemacht. Aber irgendwie war damals
noch nie ein Gedanke, dass Sontje durch uns, sich selbst oder durch die Umwelt
behindert werden könnte. Das hört sich jetzt denke ich ganz schön paradox an,
denn wir wussten ja das Sontje das Down Syndrom hat. Ich habe vor einigen
Jahren mal bei einer Studie mitgemacht, in der es darum ging, was wir uns von
einer inklusiven Gesellschaft wünschen würden. .... mmmmh???... ja was wünschen
wir uns von einer inklusiven Gesellschaft? Eigentlich, dass jeder Mensch egal
wo er herkommt, was er für eine Religion hat, ob Männlein oder Weiblein, ob alt
oder jung, egal welche Hautfarbe, Augenfarbe, Fußnägelfarbe, ob er Trisomie 21
hat oder nicht, gut und respektvoll behandelt wird. Ja, ihr merkt schon,
Artikel 3 Absatz 3 Grundgesetz. Aber wenn wir uns diesen Satz zu Herzen nehmen,
warum ist Inklusion dann immer noch oft sehr mühselig? Ich selbst habe bisher
immer meist gute Erfahrungen gemacht, entweder bin ich erst wenigen Menschen
begegnet, die es anders sehen, oder ich bin einfach zu verpeilt, um
mitzubekommen, wenn jemand das anders sieht. Ein Satz den wir immer wieder
sagen, ist, dass Inklusion bei uns Betroffenen beginnt. In unseren Herzen, in
unseren Familien. Ich kann von niemand anderen erwarten, dass er Sontje oder
ein anders Kinder mit Handicap so annimmt wie es ist, wenn wir es nicht selbst
tun. Inklusion beginnt IMMER bei uns selbst, wie wir mit der Besonderheit
unserer Tochter umgehen. ... und hey siehe da, wir gehen gar nicht wirklich
besonders damit um; hier im Alltag bei uns im Familienleben, läuft es einfach
so. Sontje muss genau wie jedes andere Kind unsere Familie ihre Aufgaben
erfüllen, auch sie wird mal angeraunzt wenn etwas nicht so funktioniert, auch
bei ihr freuen wir uns über jeden Fortschritt, und auch sie streitet und
kuschelt mit all ihren Geschwistern wie es wohl andere auch machen. Sontje
kommt immer überall mit hin, und mir fällt da schon gar nicht mehr auf, dass
sie oft ein bisschen anders ist wie andere Kinder. Ich sag mal so, es gab eine
Zeit, die erste Babyzeit, da war es noch ein bisschen anders. Ich möchte Euch
heute mal ein Beispiel dafür geben: Damals hatte Sontje eine fiebrige
Erkältung, und wir mussten leider zum Notdienst, das erste was ich damals zur
Ärztin sagte, war: Meine Tochter hat das Down Syndrom und Fieber... total
doof... aber da war ich auch noch neu im Geschäft... heute gehe ich zum Arzt und
sage meine Tochter hat Fieber; ihr Down Syndrom kommt mir dabei gar nicht mehr
in den Sinn. Und doch ist es immer wieder so, dass wir als Familie an unsere
Grenzen kommen. Wir sind bisher mit der Frühfördereinrichtung der Lebenshilfe
recht gut gefahren, aber leider hört dieser All-Inklusive-Service mit Eintritt
in die Schule auf. Da heißt es sich dann doch das ein oder andere Mal selber
kümmern. Umso dankbarer bin ich, dass ich vor kurzem auf den
aufmerksam gemacht worden bin. Die Seite ist wirklich eine
Hilfe für alle Eltern mit besonderen Kindern. Ein riesiges Adressenpool ist
hier zusammengefasst und man findet über so wahnsinnig viele Themen eine sehr
gute Erklärung und man kann sofort auf der Seite sehen, wo man eventuell Hilfe
bekommen kann. Für mich ist grade zur Zeit dieser Ratgeber ein echter Segen und
ich bin genau zum richtigen Zeitpunkt darauf aufmerksam gemacht worden, denn es
sind noch einige Fragen ungeklärt in Bezug auf Sontjes inklusive Beschulung. Und
auf der Website des Ratgebers kann ich schnell kurze Antworten finden, sowie auch
oben schon gesagt weiterführende Adressen. So mag ich das ja, schön
übersichtlich gestaltet und gut verständlich geschrieben. Genau richtig für
eine manchmal doch etwas chaotische Mami wie mich. Da bin ich echt dankbar,
denn man muss, wie heißt es doch so schön, das Rad nicht gleich zweimal
erfinden... wenn jemand anders den Weg schon gegangen ist, dann kennt er die
Hürden die eventuell auf einen zukommen können. Naja und wir hier im Chaoshaus
lieben aber auch die Herausforderung... Manchmal denke ich wirklich: Normal ist
anders... aber hier ist es trotzdem ganz nett. Ich habe mich schon manchmal
gefragt, warum wir gefühlt so wenig Probleme bis eigentlich gar keine haben mit
der Inklusion.
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Der Kindergartenplatz für Sontje war ein echter Segen, sie geht so gern hin in ihre Kindergartengruppe Regenbogen. Und auch da gibt es wenig Sonderbehandlung für die Schnecke. Selbst der Austausch mit der Schule ist bisher wirklich gut gelaufen, freilich kann ich die Ängste der Betroffenen verstehen und nachvollziehen, hab ja selbst in der Schwangerschaft mit diesen Ängsten und Gefühlen gelebt. Ich gehe nicht davon aus, dass es immer einfach sein wird... aber ich gehe davon aus, dass wir den Weg der Inklusion schaffen können, mit einen offenen Herzen, mit viel Liebe, mit ein bisschen Geduld, mit Hilfe von Menschen die den Weg vielleicht schon woanders gegangen sind, mit guten Ratgebern, wie dem oben vorgestellten... und das Wichtigste: mit ganz viel Vertrauen in unsere Tochter. Denn zu guter Letzt ist sie diejenige die die Herzen zum Schmelzen bringt, die uns immer wieder mit ihrem Ehrgeiz überrascht und die einfach eine Gabe in die Welt mitbringt, die so vielen verloren gegangen ist: Empathie <3 span="">
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