Mittwoch, Februar 10

Mama und Hausfrau,

... meine Hauptberuf(ung), ich bin wahnsinnig gerne Mutter und Hausfrau, mehr noch ich habe hier meine Berufung gefunden und kann meine Gaben sehr gut einsetzten, ich bin flexibel, kann gut und schnell organisieren, darf kreativ sein, koche gern, meine Gabe empathisch zu sein hilft mir mich in meine Kinder rein zu versetzen, es wird nie langweilig, Geduld, putzen und bügeln zählt jetzt nicht unbedingt zu meinen besten Gaben, aber auch das geht irgendwie. Ich bin in erster Linie Mutter, was es noch mit sich bringt, ist, dass ich selten oder kaum Zeit für mich habe, einzig die Zeiten alle zwei Jahre in der Kur darf ich auftanken, es liegt freilich auch in unserer familiären Struktur, dass es so im Alltag selten möglich ist, ich habe weder Tante noch Oma in der Nähe, mein Mann ist sehr oft geschäftlich unterwegs und kommt am Abend selten vor 21 Uhr Heim. Ein Grund warum ich in ein tiefes Loch gefallen bin vor nicht allzu langer Zeit, war sicherlich auch, dass mir ein Stück weit die Anerkennung für die Arbeit die ich hier täglich leiste gefehlt hat. Im letzen Jahr ist auf Grund verschiedener Faktoren vielen zu kurz gekommen, Lob und Anerkennung unter anderem aber auch Schlaf und Qualitytime. Kennt ihr die fünf Sprachen der Liebe? Ein tolles Buch was ich nur jeden ans Herz legen kann. Kurz gesagt, hat jeder Mensch eine  Sprache der Liebe von insgesamt fünf möglichen, und wenn die zu kurz kommt, ist das nicht so wirklich toll für jemanden. Meine Sprachen der Liebe sind Lob und Zweisamkeit, beides Dinge die ich im letzten Jahr nicht bekommen habe. Hinzu kam sicherlich auch noch, dass Nella ein sehr eigenwilliges Mädchen mit einem recht starken Willen ist. In den letzten Tagen habe ich mich intensiv mit dem Kapitel in Sprüche  eine edle Frau beschäftigt, dank der lieben Naemi von Hasenohr, die hat mich auch auf den Gedanken mit dem Lob gebracht. Anerkennung bekommen für die Arbeit als Hausfrau und Mutter ist in unserer heutigen Gesellschaft eigentlich so gut wie unmöglich, deshalb liegt es grade am Mann, der Familie, der Eltern, Freunde usw die Arbeit der Frau zu loben, und zwar geht es nicht darum, dass einfach gesagt wird, hey du machst das toll, klingt zwar gut, ist aber leider nicht besonders nachhaltig. Wir hatten heute eine Situation, die das eigentlich ganz gut aufzeigt. Thorsten ist heute auf den Willow Creek Kongress in Hannover gefahren, Leute ich wäre da sehr sehr sehr gern auch hingefahren, nicht falsch verstehen, ich freue mich total für Thorsten, dass er die Möglichkeit hat. So, jetzt war es allerdings so, dass ich als Frau einfach nah am Wasser gebaut bin und ja eben auch noch nicht wirklich wieder gut aufgestellt bin. Also hab ich ihm weinend viel Spass gewünscht, was natürlich bei ihm auch nicht so gut angekommen ist. Seine Reaktion war, soll ich mich umziehen, dann kannst du fahren, und da sind dann alle Dämme bei mir gebrochen. ich als hochsensibel konnte mich wirklich für ihn freuen, wir Menschen mit dieser Gabe können ja recht gut spiegeln.... Sein Reaktion wiederum hat mich dann ein Stück weit runter gezogen, nicht weil ich es ihm nicht gönne, sondern weil er einfach lapidar gesagt hat, dann bleib ich eben hier, und mache dein Zeug. Hab ich ihm dann auch gesagt, dass ich die Reaktion doof finde. Toll wäre einfach gewesen, er hätte gesagt, schau Schatz, ich weiß, du magst gerne auch dahin, aber du es geht einfach nicht, ich kann hier deine Arbeit nicht einfach übernehmen, Nella braucht dich oder zumindest deine Brust :D Du leistest hier großartige Arbeit, die ich nicht einfach so schaffen kann. Zwei drei Sätze, Anja hätte sich gefreut wie ein Keks, weil sie toll und unersetzbar ist und ich wäre motivierter an die nächsten Tage gegangen. Wir konnten dann noch kurz reden, ich habe ihm alles genau so erklärt. Aber wo ich jetzt eigentlich drauf hinaus will, LEUTE: LOBT was das Zeug hält, Freundin, Schwester, Mutter, Schwiegertochter, Ehefrau, Lebensgefährtin... lobt alle diese Frauen für ihre Arbeit die sie täglich leisten. Loben zieht nach oben: IMMER!!!

EDIT

Ich bin wirklich gerührt von Euren Worten, was ich aber definitiv klarstellen mag, ist, dass ich weder frustriert noch unglücklich bin, und wer mich nur ein bisschen kennt, der weiß das. Ich bin einfach ein Mensch der gern hinterfragt, und hier war der Grund, warum grade in unserer heutigen Zeit so viele Mamas ausgebrannt sind,  hier habe ich für mich eine kleine Erklärung gefunden, denn gearbeitet haben Mütter immer schon, das was heute eben fehlt ist die Anerkennung ihrer Arbeit nicht nur in der Welt, sondern auch in der Familie. Ich war auch nicht auf Lobeshymnen von Euch aus, das sind zwar tolle Worte aber auch nicht besonders nachhaltig, was ich vielleicht sagen wollte, war: Jeder Mensch braucht Lob, Lob ist für Kinder existentiell um überhaupt wachsen und gedeihen und zu sozialen Wesen heranzuwachen. Aber Lob sollte richtig eingesetzt werden, kein toll wie du deine Hausaufgaben machst, sondern eher: Ich finde es klasse, wie schnell und ordentlich heute deine Deutschaufgabe erledigt hast. Lob sollte gezielter eingesetzt werden und definierter. Ich hoffe ihr versteht was ich meine ;) 


So, okay jetzt kommen noch ein paar Fotos, auch wenn Sontje nicht mit auf die Reise gegangen ist, habe ich vor ein zwei Wochen das neue Schnittmuster von Fräulein Rosa probenähen dürfen. Liz ist eine ganz tolle Bluse, aus Baumwolle oder Jersey, schlicht mit Pfiff. Schaut selbst: