Montag, Juni 17

WERTVOLL

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heute erstmal keine Bilder.. heute eine Geschichte,  so gestern gehört im Gottesdienst... tief bewegt mit nach Hause genommen, möchte ich sie heute einfach mit Euch teilen.

Acht Kühe für Johnny Lingos Frau


Immer wenn ich einen Mann sehe, der von seiner Frau herabgewürdigt wird, oder eine Frau, eingeschüchtert durch die Verachtung ihres Mannes, drängt es mich ihnen zu sagen: " Ihr solltet wissen, warum Johnny Lingo Acht Kühe für seine Frau bezahlte."
Ich verbrachte damals einige Zeit auf Kiniwata und dort war ich Johnny Lingo begegnet. Er wurde von allen möglichen Leuten in allen möglichen Zusammenhängen erwähnt. Wenn ich vielleicht ein paar Tage auf der Nachbarinsel Nurabandi verbringen wolle, so könnte Johnny mich unterbringen. Wenn ich fischen wolle, könne er mir zeigen, wo die besten Stellen im Meer seien. Die Leute sprachen alle mit Hochachtung von Johnny Lingo. Jedoch, sie lächelten, wenn sie über ihn sprachen und dieses Lächeln war immer ein wenig spöttisch.
"Du mußt nur Johhny Lingo fragen, wenn du etwas brauchst und laß ihn für dich den Handel machen," riet mit Shenkin. "Johnny weiß zu verhandeln".
"Johnny Lingo!" Ein Junge, der daneben saß rief den Namen aus und schüttelte sich dabei vor Lachen.
"Was geht da vor sich?" fragte ich, "Ihr alle ratet mir, mich unbedingt an Johnny Lingo zu wenden, und dann fangt ihr an zu lachen. Kann mich jemand in diesen Spaß einweihen ?"
" Nun, es war vor 5 Monaten, an unserem Herbstfest, als Johnny Lingo nach Kiniwata kam, um sich eine Frau zu nehmen. Er bezahlte ihrem Vater Acht Kühe."
Ich wußte genug über die Gebräuche auf den Inseln, um beeindruckt zu sein.
Für zwei oder drei Kühe bekam man eine ziemlich gute Frau und für vier oder fünf eine sehr beachtliche.
"Mein Gott", sagte ich, "Acht Kühe! Sie muß eine atemberaubende Schönheit sein."
"Sie ist nicht häßlich, " räumte er ein und lächelte ein wenig. "Aber selbst der Wohlwollendste könnte Sarita allenfalls als durchschnittlich bezeichnen. Sam Karoo, ihr Vater mußte schon befürchten, Daß sie auf immer bei ihm bleiben würde."
"Acht Kühe für sie, ist das nicht sehr außergewöhnlich?"
"Das ist nie zuvor von irgend jemandem bezahlt worden."
"Und du sagst, Johnnys Frau sei nicht mehr als durchschnittlich?"
"Ich sagte, es wäre wohlmeinend, die durchschnittlich zu nennen. Sie war dünn, sie ging mit hängenden Schultern und hängendem Kopf. Sie fürchtete sich vor ihrem eigenen Schatten."
"Nun," sagte ich, "die Liebe hat wohl keinen festen Preis."
"Richtig, sagte Shenkins zustimmend. "Und genau deshalb grinsen die Leute aus dem Dorf. Es gibt ihnen eine gewisse Befriedigung, zu denken, daß der gescheiteste Händler der Inseln von dem alten Sam Karoo übertölpelt wurde."
Als ich am nächsten Tag nach Nurabandi kam und nach Johnny Lingos Haus fragte, bemerkte ich, daß kein heimliches Lächeln die Auskünfte der Einwohner begleitete. Ich war geradezu erleichtert, daß seine eigenen Leute ihm mit ungeteiltem Respekt begegneten.
Er fragte mich: " Sie kommen aus Kiniwata?... Spricht man über mich auf jener Insel?"
"Man sagt, daß es nichts gibt, daß Sie nicht besorgen könnten."
"Spricht man über meine Frau?"
"Ein wenig."
"Was sagt man?"
" Man erzählt, daß der Brautpreis Acht Kühe betragen hat."
Seine Augen leuchteten vor Freude: " Alle in Kiniwata wissen von den Acht Kühen. Und alle in Nurabandi wissen es auch." Seine Brust weitete sich vor Genugtuung.
Das ist also die Antwort, dachte ich: Schlichte Eitelkeit.
Und dann sah ich sie. Ich sah, wie sie ins Zimmer trat und Blumen auf den Tisch stellte. Sie blieb einen Moment lang stehen und lächelte dem jungen Mann neben mir zu. Dann ging sie schnell wieder hinaus. Sie war die schönste Frau, die ich je gesehen hatte. Die Bewegungen ihrer Schultern, die Haltung ihres Kopfes, das Leuchten in ihren Augen, alles verriet Stolz, den man ihr nicht versagen konnte.
Ich wandte mich wieder zu Johnny Lingo und bemerkte, daß er mich beobachtet hatte.
"Sie bewundern sie ?" murmelte er.
"Sie... sie ist wunderbar. Aber sie ist nicht Sarita aus Kiniwata," sagte ich.
"Es gibt nur eine Sarita. Vielleicht sieht sie nicht mehr aus, wie in Kiniwata."
"Nein. Ich hörte, sie sei unscheinbar. Alle machten sich darüber lustig, daß Sie sich von Sam Karoo übertölpeln ließen."
"Denken Sie, Acht Kühe waren zuviel?" Ein Lächeln war auf seinen Lippen.
"Haben sie je darüber nachgedacht," fragte er, "was es für eine Frau bedeutet, zu wissen, daß ihr Mann den tiefsten Preis für sie ausgehandelt hat? Und dann später, wenn die Frauen gegenseitig darüber reden und prahlen, wieviel ihr Mann bezahlt hat. Die eine sagt vier Kühe, eine andere vielleicht sechs. Wie fühlt sie sich dann, die Frau, die für eine oder zwei gekauft wird?"
"Dann haben Sie es getan, um Ihre Frau glücklich zu machen?"
Ich wollte, daß Sarita glücklich ist, ja. Aber ich wollte mehr.
Sie sagen, sie sei verändert. Das ist richtig. Vieles kann sich in einer Frau ändern. Aber was wirklich zählt ist, was sie über sich selbst denkt. In Kiniwata hat Sarita gedacht, sie habe überhaupt keinen Wert. Hier weiß sie, daß sie mehr wert ist als jede andere Frau der Inseln."
" Dann wollten Sie..."
"Ich wollte Sarita heiraten, ich liebte sie und keine andere."
"Aber...." nun war ich nahe daran zu verstehen.
"Aber," sagte er sanft, "ich wollte eine Acht - Kuh Frau."
© Richard Clark 

Erstmal nicht mehr.....

Kommentare:

  1. Danke liebe Anja ♥
    wie wahr ♥
    Dicken Knutsch Tine

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  2. So wie wir uns sehen wirken wir auch, wie wahr :-)

    Wenn man denkt ich bin nichts wert, dann strahlt man das aus.

    Wir müssen uns selbst lieben um Liebe empfangen zu können.

    Danke für dieses Gleichnis

    Martina

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